empathisch, strukturiert, allparteilich

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Thema, das zunehmend in den Fokus der wissenschaftlichen und praktischen Diskussion rückt z.B. in Science. Besonders im Bereich der Mediation stellt sich die Frage, inwieweit KI einen wertvollen Beitrag leisten kann, ohne die menschliche Komponente, die für den Erfolg von Mediationsprozessen entscheidend ist, zu ersetzen.

Im Jahr 2024 begann ich, mich intensiv mit den Möglichkeiten und Grenzen von KI auseinanderzusetzen. Ein zentraler Aspekt in der Mediation ist die Empathie, die oft als eine der herausragendsten Eigenschaften von MediatorInnen beschrieben wird. Empathie ermöglicht es, sich in die Lage aller Konfliktparteien zu versetzen und ihre Perspektiven einzunehmen. Diese Fähigkeit wird traditionell als ein menschliches Merkmal angesehen. Aber auch Maschinen können scheinbar empathisch wirken. So zeigte bereits der Chatbot ELIZA in den 1960er Jahren, dass eine Maschine durchaus menschliche Wesenszüge wie Empathie nachahmen kann, auch wenn sie diese nicht wirklich besitzt.

Trotz des enormen Potenzials von KI gibt es grundlegende Unterschiede zwischen menschlicher Intelligenz und künstlicher Intelligenz. Ein KI-System, wie zum Beispiel ein großes Sprachmodell (LLM), kann in Rekordzeit große Datenmengen verarbeiten, Muster erkennen und Schlussfolgerungen ziehen. In gewissem Maße kann eine KI daher Aufgaben übernehmen, die auch ein Mediator oder eine Mediatorin ausführt. Ein Beispiel hierfür ist der sogenannte „Getting to Yes“-Ansatz, bei dem es darum geht, beim Spiegeln die Worte so zu wählen, dass alle Konfliktparteien zustimmen können. Eine KI kann sicherlich in der Lage sein, Formulierungen zu finden, um diese Worte zu formulieren, wie zum Beispiel in oben verlinkten Science Artikel beschrieben. Doch bleibt die Frage nach der praktischen Umsetzung und dem Wert einer solchen Technologie. Und wäre eine KI schnell genug in Echtzeit die Wirkung ihrer Worte ob geschrieben oder gesprochen wahrzunehmen? Und dann gegebenenfalls nachzuschärfen oder abzumildern.

Besonders wenn es um das aktive Zuhören geht, ist der Mensch durch seine Empathie und sein Bewusstsein deutlich überlegen. Ein KI-System mag in der Lage sein, Emotionen zu erkennen, darauf zu reagieren und damit Empathie zu simulieren, aber es fehlt ihm an echtem Bewusstsein und eigenen Gedanken. In Gesprächen mit ChatGPT, einer bekannten KI, stellte sich heraus, dass diese KI keine eigenen Gedanken oder Wahrnehmungen hat; sie ist sich ihrer eigenen Worte nicht bewusst – sie ist vielmehr ein komplexer Resonanzraum, der die Gedanken und Informationen widerspiegelt, die ihm durch die Nutzenden zur Verfügung gestellt werden. Dies ist ein grundlegender Unterschied zur menschlichen Wahrnehmung: Menschen sind sich bewusst, dass sie denken und wahrnehmen, was für KI-Systeme nicht zutrifft. Schließlich geht es bei der Mediation darum, durch bewusst herbeigeführten Perspektivwechsel, eine gemeinsame Wahrnehmung zu ermöglichen.

Der Nutzen von KI in der Mediation

Trotz dieser Einschränkungen kann KI in der Mediation sehr wohl eine unterstützende Rolle spielen und positive Impulse setzen. Datenschutzrechtlich konform und richtig eingesetzt, kann KI in verschiedenen Phasen der Mediation effizient zum Einsatz kommen.

In der Auftragsklärung könnte eine KI beispielsweise helfen, die Anliegen der Beteiligten zusammenzufassen und zu verschriftlichen. Allerdings formuliert eine KI immer auf der normativen Grundlage ihres umfassenden Wissens und wird daher schwer den genauen Wortlaut der Medianten treffen können, was entscheidend für eine erfolgreiche Mediation ist. Hier könnte die KI daher Ideengeber und Formulierungshilfe, aber nicht Akteur sein.

Auch wäre denkbar, dass ein KI System die nonverbalen Reaktionen der Medianten zum Beispiel in einer Online Mediation in Echtzeit auswertet und entsprechende Empfehlungen oder Hinweise geben könnte. Es stellt sich jedoch die Frage inwieweit ein KI System von den Medianten in einer laufenden Mediation akzeptiert werden würde.

KI bleibt ein Werkzeug, das die Arbeit der Mediatorin oder des Mediators unterstützen könnte, aber bei weitem nicht ersetzt. Sie kann ein Resonanzraum für die verbalisierten Gedanken und Gefühle der Beteiligten sein. In bestimmten Situationen könnte KI weitere Impulse für die Lösungsfindung geben. Auch in der Heureka-Phase, wenn eine Lösung bereits weit fortgeschritten ist, könnte KI helfen, flankierende Maßnahmen zu identifizieren, um die Lösung nachhaltig abzusichern. Dennoch bleibt die beste Lösung diejenige, welche durch die Medianten selbst gefunden wird.

Schlussendlich kann der direkte Einsatz von KI in einer Mediation nur sehr behutsam und nur mit ausdrücklicher Einwilligung und auf Wunsch aller Beteiligten erfolgen.

Fazit: Die Zukunft der KI in der Mediation

Die Entwicklung von KI-Systemen ist schnelllebig, und die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft. In der Mediation bleibt KI ein faszinierendes Werkzeug, das in bestimmten Phasen wertvolle Unterstützung leisten kann. Die Verantwortung für den Mediationsprozess trägt jedoch zentral der Mensch. Damit bleibt der Mensch als zentraler Akteurin in der Mediation unverzichtbar. Für bewusste, empathische Entscheidungen und die Unterstützung aller Beteiligten ist der Mensch weiterhin unerlässlich.

PS.: Diesen Artikel wurde teilweise durch ChatGPT lektoriert. Das Beitragsbild wurde durch DALL-E erstellt.


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